​​Stevia (Stevia rebaudiana, S​üßkraut)

Stevia Rebaudiana Süßkraut Pulver

Stevia Pulver aus gemahlenen Blättern ohne weitere Verarbeitung.

​Stevia, das kalorienfreie Süßkraut

  • Natürlich süß, 
  • null Kalorien,
  • aber eine bis zu 300-fache Süßkraft,

so wird Stevia häufig mit wenigen Worten beschrieben.

Wer abnehmen möchte, nutzt Stevia zur Kalorienreduktion. Stevia und der Insulin-Spiegel ist ebenfalls ein wichtiges Thema. Auch hier kann der pflanzliche Süßstoff in wissenschaftllichen Untersuchungen überzeugen. 

Doch welche weiteren Unterschiede gibt es zu herkömmlichem Haushaltszucker? Gibt es auch Nachteile? Wie kannst du Stevia im Haushalt verwenden? Diese Fragen sollen hier beantwortet werden.

Herstellung von Stevia

Die süß schmeckende Pflanze stammt ursprünglich aus Südamerika. Sie trägt den botanischen Namen Stevia Rebaudiana und wird auch Süßblatt oder Honigkraut genannt.

Die süß schmeckenden Pflanzenwirkstoffe werden Stevioglycoside genannt. Sie konzentrieren sich in den Blättern und Wurzeln der Pflanze.


Mittlerweile wird die Pflanze in vielen Ländern der Welt angebaut und zum Süßungsmittel verarbeitet. In der einfachsten Form der Verarbeitung werden nur die getrockneten Blätter fein gemahlen. Das ergibt ein olivgrünes Pulver, welches direkt verwendet werden kann.

Allerdings löst es sich schlecht auf und färbt grün. ​Aus diesem Grund wird es meist weiter verarbeitet. Dazu werden die getrockneten und zerkleinerten Blätter mit Wasser oder Alkohol versetzt. Bei diesem Vorgang werden die süß schmeckenden Inhaltsstoffe freigesetzt.

Der auf diese Weise gewonnene Auszug wird anschließend unter Zugabe von bestimmten Metallsalzen von Verunreinigungen befreit. Anschließend werden die Steviolglykoside kristallisiert und weiter gereinigt. Diese Verarbeitungsschritte mit anschließendem Reinigungsprozess und Veredelung müssen teilweise mehrfach wiederholt werden. Nur so kann das Produkt den Reinheitsanforderungen entsprechen.


Die aufwendige Verarbeitung gewährleistet eine hohe Qualität und einen reinen Geschmack. Allerdings kann man bei einer solch aufwendigen Herstellung kaum noch von einem Naturprodukt sprechen. Ähnliches gilt übrigens genauso für die süßen Zuckeralkohole Birkenzucker und Erythrit.

Stevia ist übrigens in seinen Ursprungsländern seit Jahrhunderten in Gebrauch und seit 2011 in der EU als unbedenklicher Lebensmittelzusatzstoff zugelassen.

​​​​​​​​​Stevia ist eigentlich ein rein pflanzliches Produkt und kann auch direkt verwendet werden. ​In einem aufwändigen Verarbeitungsprozess entsteht aus dem grünen Blattpulver ein weißes oder farbloses Stevia Süßmittel, welches in Tabs, als Pulver oder als Flüssigkeit erhältlich ist.

Eigenschaften ​der Stevia Rebaudiana Pflanze

Stevia stammt ursprünglich aus Südamerika. Es handelt sich um eine mehrjährige Pflanze, die zur Familie der Korbblütler gehört. Sie braucht eine warmes Klima und erreicht Wuchshöhen von bis zu einem Meter. Sie hat kaum verzweigte, flachgründige Wurzeln mit einem spärlichen Feinwurzelsystem. Die Pflanze trägt lange hell- bis dunkelgrüne, große Blätter. Diese Blätter enthalten viele Drüsen, in denen der Süßstoff steckt, der nach außen abgegeben wird.

Die Pflanze wird vom Wind bestäubt. Die Blüten sind cremig weiß und die Blütenstände endständig. Jeder Blütenkorb kann 150 Einzelblüten enthalten. Die Blütezeit ist zwischen Juni und September. Danach entwickeln sich kleine Früchte, die denen unseres Löwenzahns ähnlich sind.


Stevia enthält verschiedene süß schmeckende Inhaltsstoffe. Dazu gehört beispielsweise ein Stoff namens Rebaudiosid A. Dies ist der süßeste Bestandteil des Blattes. Er wird aus den Blättern extrahiert und als Stevia-Süßungsmittel verkauft. Seine Verwendung findet er zum Süßen von Nahrungsmitteln und Getränken inzwischen auch in der industriellen Produktion.​

​Die wichtigsten Eigenschaften von ​Stevia
  • ​​bis 300 Mal süßer als Zucker ​
  • ​​keine Kalorien
  • ​​​​frei von Kohlenhydraten
  • ​​rein pflanzliches Ausgangsmaterial
  • für Diabetiker geeignet
  • ​​​leichter Eigengeschmack ​
  • ​​aufwändige Verarbeitung
  • ​​gewöhnungsbedürftige Dosierung

Die gesundheitlichen Vorteile von Stevia

Stevia liefert wertvolle Inhaltsstoffe wie die Vitamine C, A und B1, Mineralstoffe wie Eisen, Kalium, Kalzium und Magnesium, die für den Knochenaufbau, die Blutbildung sowie das Herz-, Kreislauf- und Immunsystem wichtig sind.


Daneben enthält Stevia auch Spurenelemente wie Chrom, Zink, Mangan, Silizium und Selen, sowie Eiweiß, sekundäre Pflanzenstoffe und ätherische Öle. Auch wertvolle Antioxidantien gehören zu den Bestandteilen. Diese schützen vor freien Radikalen, wirken damit gegen verschiedene Erkrankungen und verlangsamen den Alterungsprozess.


Diese ​Bestandteile ​bedingen die positiven medizinischen Eigenschaften. ​Stevia eignet sich nämlich gut für eine gesundheitsbewusste Ernährung. ​​Je nach Stevia-Pflanzensorte und ​Anbaugebiet ​können die genauen Inhaltsstoffe unterschiedlich sein.

Stevia enthält keine Kohlenhydrate und keine Kalorien. Die Süßkraft ​ist ​300 - 450 mal stärker ​als gewöhnlicher Zucker. Menschen, die Stevia regelmäßig in die Ernährung integrieren, berichten ​über eine appetitzügelnde Wirkung. Sie verspürten ein verringertes Verlangen nach süßen und fetthaltigen Lebensmitteln. Dadurch wird die Gewichtsreduktion natürlich erleichtert.


Der Süßstoff ​kann beim Abnehmen helfen, den Blutzuckerspiegel regulieren, den Blutdruck senken, eine entzündungshemmende Wirkung haben und die Zähne schützen. Stevia greift ​im Gegensatz zu Haushaltszucker nicht die Zähne an. Aufgrund der verringerten Säureproduktion gilt es als sehr zahnfreundlich. Die Bildung von Plaque wird eingedämmt und auch Karies kann vermieden werden. ​Es bietet Kariesbakterien keine Grundlage.

  • ​beim Abnehmen helfen,
  • den Blutzuckerspiegel regulieren,
  • den Blutdruck senken,
  • eine entzündungshemmende Wirkung haben und
  • die Zähne schützen ​und Karies vermeiden helfen.

Zusammenhang Stevia und Insulin

Für Diabetiker kann Stevia ​ausgesprochen hilfreich sein. ​Denn mit dem Süßstoff fällt es leichter, auf Zucker zu verzichten. Stevia enthält weder Kohlenhydrate noch Kalorien und besitzt damit auch keinen glykämischen Index. Stevia ​beeinflusst den Blutzuckerspiegel nicht. Je besser er im Gleichgewicht gehalten wird, desto eher kann eine medikamentöse Behandlung oder eine Therapie mit Spritzen vermieden oder ​reduziert werden. Stevia wird unabhängig vom Insulin verstoffwechselt, während das Makromolekül bei gewöhnlichem Haushaltszucker zum Verstoffwechseln erforderlich ist.

Hat Stevia Nachteile?

Bis auf das enthaltene Rebaudiosid A weisen ​einzelne Inhaltsstoffe einen leichten bitteren Nachgeschmack auf. Daher ist es ideal, wenn der Rebaudiosid A-Gehalt höher ist. Im ​unverarbeiteten Zustand unterscheidet sich die Süße von Stevia aufgrund ​seiner Lakritz-Note von der des gewöhnlichen Zuckers. Es gibt jedoch mittlerweile auch Produkte, bei welchen die Bitterstoffe herausgefiltert wurden.


Ansonsten wird Stevia von Kindern und Erwachsenen gut vertragen. Beim Verzehr sollte allerdings auf die Menge geachtet werden. Die empfohlene Tagesmenge beträgt 4mg pro Kilogramm Körpergewicht. Im Idealfall wird der Genuss Stevia langsam gesteigert. Kinder sollten Stevia in Maßen einnehmen.

In der Kombination mit blutzuckersenkenden Medikamenten sollte mit dem Arzt gesprochen werden, denn der Blutzuckerspiegel könnte zu tief fallen. 

Zudem sollten schwangere und stillende Frauen vor dem Verzehr Rücksprache mit ihrem Arzt halten.

Wie kann Stevia verwendet werden?

Du kannst das Süßungsmittel dank seiner Hitzebeständigkeit problemlos zum Kochen und Backen verwenden. Setze Stevia aufgrund der enormen Süßkraft jedoch vorsichtig und sparsam. Der Süßstoff ist nicht als Volumenersatz für Zucker geeignet. ​Daher ​ist insbesondere beim Backen etwas ​Umstellung notwendig, wenn du Stevia als Zuckerersatz verwenden willst. Um ein entsprechendes Volumen zu erhalten, musst du von anderen Zutaten mehr verwenden.


​Das Süßen von Getränken wie Tee, Kaffee oder Smoothies, Desserts oder Marmelade ist jedoch sehr einfach und stellt diesbezüglich keinerlei Problem dar. Hier spielt ja auch das Volumen keine Rolle. Andererseits ist der Geschmack von Stevia doch irgendwie anders als von Zucker. Daher musst du ausprobieren, in welchen Getränke du Steviasüße angenehm findest und in welchen eher nicht. In Tees mögen es beispielsweise die meisten Menschen, in Kaffee ​dagegen ​weniger.

​Überblick

Stevia gilt als gesunder Zuckerersatz mit wertvollen Inhaltsstoffen. Die Blätter der Pflanze enthalten reichlich lebenswichtige Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Seit Jahrhunderten schon wurde das Süßkraut von den Völkern in Mittel- und Südamerika als Heilmittel genutzt. Man spricht ihm eine blutdrucksenkende, blutzuckersenkende und herzstärkende Wirkung zu.

Stevia enthält keine Kohlenhydrate und keine Kalorien. Doch der Süßstoff eignet sich absolut nicht nur für Diabetiker und Abnehmwillige. In einer modernen, gesunden Ernährung sollte Stevia auf jeden Fall einen Platz haben.

​Zusammenfassung

​​​​​​​​​​​Im Artikel wurde ​die Stevia Pflanze vorgestellt und von ihrer Verarbeitung berichtet. Das Süßkraut besitzt eine Reihe von Vorteilen gegenüber Zucker, so dass es in vielen Fällen geeignet ist, diesen zu ersetzen. Es wurden Tipps zur Verwendung im Haushalt gegeben.


Quellen​ und weitere Infos

​Weiter führende Informationen zu den hier dargestellten Inhalten findest du unter anderem bei:

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